Sonntags sind die Geschäfte in Bayern grundsätzlich geschlossen – das ist der Normalfall und unterscheidet den Freistaat von vielen Nachbarländern. An wenigen, sorgfältig ausgewählten Tagen im Jahr öffnet der Einzelhandel jedoch auch am Sonntag. Diese Tage heißen verkaufsoffene Sonntage und sind meist an ein Stadtfest, einen Markt oder eine Messe gekoppelt. Dieser Ratgeber zeigt die Termine und erklärt die Spielregeln.
Auf einen Blick
- Anzahl
- max. 4 Sonntage pro Jahr und Gemeinde
- Öffnung
- meist 13:00–18:00 Uhr (5 zusammenhängende Stunden)
- Voraussetzung
- besonderer Anlass (Markt, Fest, Messe)
- Ausnahme
- Adventssonntage sind ausgeschlossen
- Grundlage
- Bayerisches Ladenschlussgesetz (seit 1. Aug. 2025)
Termine 2026 nach Stadt
Weil jede Kommune ihre Sonntage selbst festlegt, gibt es keinen landesweit einheitlichen Kalender. Die folgende Übersicht fasst die für 2026 bestätigten Termine der größeren Städte zusammen. Details und alle Anlässe finden Sie auf den jeweiligen Stadtseiten.
| Datum | Stadt | Anlass | Uhrzeit |
|---|---|---|---|
| 22.03.2026 | Nürnberg | Ostermarkt (bereits gewesen) | 13–18 |
| 27.09.2026 | Nürnberg | Herbstmarkt & Altstadtfest | 13–18 |
| 11.10.2026 | Regensburg | Herbstfest-Sonntag | 13–18 |
| 25.10.2026 | Würzburg | Mantelsonntag (Allerheiligenmesse) | 13–18 |
| 29.11.2026 | Regensburg | Christkindlmarkt-Sonntag | 13–18 |
Was ist ein verkaufsoffener Sonntag?
Ein verkaufsoffener Sonntag ist ein einzelner Sonntag, an dem der Einzelhandel ausnahmsweise öffnen darf, obwohl an Sonn- und Feiertagen sonst Ladenruhe herrscht. Die Gemeinden geben diese Tage frei und koppeln sie an eine Veranstaltung in der Innenstadt. So entsteht aus einem Stadtfest, einem Frühlingsmarkt oder einer Messe zugleich ein Shopping-Tag. Wichtig: Die Teilnahme der Händler ist freiwillig – auch an einem freigegebenen Sonntag muss kein Geschäft öffnen.
Die Regeln: das neue Bayerische Ladenschlussgesetz
Seit dem 1. August 2025 gilt im Freistaat das Bayerische Ladenschlussgesetz (BayLadSchlG). Es hat das alte Bundesgesetz von 1956 abgelöst – Bayern war das letzte Bundesland mit eigenen Ladenschlussregeln. An den werktäglichen Zeiten ändert sich nichts: Montag bis Samstag öffnen Geschäfte von 6 bis 20 Uhr, Bäckereien ab 5:30 Uhr. Damit hat Bayern weiterhin die strengsten Ladenöffnungszeiten Deutschlands.
Wie viele Sonntage sind erlaubt?
Pro Gemeinde sind höchstens vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr möglich. Jeder Tag muss anlassbezogen sein – also im Zusammenhang mit einem Markt, Fest, einer Messe oder ähnlichen Veranstaltung stehen, die einen im Verhältnis zur Einwohnerzahl beträchtlichen Besucherstrom anzieht. Reine „Shopping-Sonntage" ohne Anlass sind in Bayern nicht zulässig.
Öffnungszeiten am verkaufsoffenen Sonntag
An einem freigegebenen Sonntag dürfen die Läden fünf zusammenhängende Stunden zwischen 10 und 18 Uhr öffnen. In der Praxis sieht das meist so aus:
- 13:00 bis 18:00 Uhr – das gängigste Zeitfenster in den meisten Städten.
- 12:00 bis 17:00 Uhr – verbreitet bei Marktsonntagen in kleineren Orten.
- Spätestens um 18:00 Uhr müssen die Geschäfte schließen.
Neu seit 2025: Einkaufsnächte statt mehr Sonntage
Mehr verkaufsoffene Sonntage bringt das neue Gesetz nicht – es bleibt bei vier. Dafür gibt es zusätzliche Möglichkeiten an Werktagen:
- Kommunale Einkaufsnächte: Gemeinden können per Satzung bis zu acht Werktage im Jahr festlegen, an denen die Läden bis 24 Uhr öffnen – ohne besonderen Anlass.
- Individuelle Einkaufsnächte: Einzelne Betriebe dürfen an bis zu vier Werktagen pro Jahr eigenständig bis Mitternacht öffnen; dafür genügt eine Anzeige bei der Gemeinde.
- Personallose Kleinstsupermärkte dürfen rund um die Uhr öffnen – auch sonntags.
Alle Neuerungen erklärt der Beitrag zum Bayerischen Ladenschlussgesetz.
Häufige Fragen
Wo gibt es 2026 die nächsten Termine?
Bestätigt sind unter anderem Nürnberg am 27. September, Regensburg am 11. Oktober und 29. November sowie Würzburg am 25. Oktober (Mantelsonntag).
Warum gibt es in München so wenige?
Die Landeshauptstadt setzt in der Innenstadt traditionell kaum auf verkaufsoffene Sonntage. Wer dort sonntags einkaufen möchte, weicht meist auf Center am Stadtrand aus. Mehr dazu im München-Ratgeber.
Dürfen Geschäfte an Adventssonntagen öffnen?
Nein. Adventssonntage sind in Bayern von der Sonntagsöffnung ausgenommen. Anerkannte Tourismus- und Ausflugsorte können eigene Regeln nutzen.